Mittwoch, 30. September 2015

Koala Population in Australien weiterhin außer Kontrolle

Im Südwesten Australiens explodiert die Größe der Koala Population weiterhin und die Behörden versuchen Mittel und Wege zu finden um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Die Vorgeschichte dazu bildet eine Neuansiedlung der Koalas im Südwesten Australiens, einer Region die noch nicht so stark besiedelt ist und den pelzigen Tierchen daher einen idealen Lebensraum bietet.
Da in allen anderen Gebieten Australiens die Koalas bedroht sind aufgrund der fortschreitenden Zivilisation und den damit einhergehenden Bedrohungen wie der Beschneidung des Lebensraumes, Fressfeinde wie Hunde, Füchse und Wildkatzen, sowie Krankheiten die zur Unfruchtbarkeit führen, beschloss man in den 80er Jahren diese Ansiedlung in einer sicheren Region.

Wie sich inzwischen heraus gestellt hat ist diese Region wohl etwas zu sicher, denn dort konnten sich die Tiere ungestört entwickeln und weiter ausbreiten.
So kam es zu einer Populationsdichte von etwa 20 Tieren pro Hektar. Normalerweise lebt nur 1 Tier auf einem Hektar Land.

In den letzten Jahren kam es daher vermehrt vor das massenweise Koalas verhungerten, weil sie ihre Lebensgrundlage, den Eukalyptus, vollkommen kahl gefressen haben.
Hinzu kommt das es in Australien unterschiedliche Arten von Eukalyptus gibt, die Koalas aber nur einige wenige Arten bevorzugen und je nach Territorium sind auch da die Geschmäcker verschieden.

In den letzten Jahren haben die australischen Behörden nun damit begonnen Methoden zu entwickeln wie man diese Überbevölkerung in den Griff bekommen kann. Die ersten Schritte sahen jedoch aufgrund fehlender Ideen die Tötung von kranken und schwachen Tieren vor, die aufgrund der fehlenden Nahrungsgrundlage nicht in der Lage gewesen wären in der Wildnis zu überleben.

Auch werden den Weibchen mittlerweile Verhütungsmittel gegeben, die Behörden schließen jedoch weitere Tötungen nicht aus, was wiederum Tier und Naturschützer auf den Plan ruft welche die ganze Handlungsweise sehr kritisch sehen.

Leider geht es den putzigen pelzigen Beuteltieren nicht anders wie so vielen anderen Arten unseres Planeten, die durch die fortschreitende Ausweitung der menschlichen Zivilisation enorm bedroht sind oder bereits ausgestorben sind.


Quellen:
Artikel auf feelgreen.de

Artikel auf Spiegel Online

Interessante und wissenswerte Daten und Fakten zu Koalas


Montag, 31. August 2015

Alaska rückt noch mehr in den Blickpunkt von Umwelt und Naturschutz

In Alaska, dem nördlichsten Staat der USA, in dem es noch viele vom Menschen weitgehend unberührte Flecken gibt, häufen sich derzeit die Probleme betreffend Umwelt und Tierwelt.

Seit Mai kam es nun zu einem in diesem Umfang außergewöhnlich hohen Walsterben an der Küste Alaskas. Mindestens 30 Tiere unterschiedlicher Gattungen sind seither an den Südstränden des Bundesstaates gestrandet und verendet.
Forscher stufen das Phänomen als ungewöhnlich ein und Experten, sowie Naturschutzorganisationen sind beunruhigt, auch aufgrund der Tatsache das es bisher keinerlei Erklärung dafür gibt.
Erst im März dieses Jahres sind an der Küste Australiens 20 Grindwale aus unerklärlichen Gründen auf dieselbe Art und Weise umgekommen. Auch dort gab es bisher lediglich Spekulationen zum Grund des Problems, unter anderem wäre eine mögliche Ursache eine gestörte Echoortung der Tiere durch Unterwasserlärm.

Doch nicht nur das Walsterben sorgt für Schlagzeilen, denn gerade in Alaska spürt man den Klimawandel mittlerweile enorm.
Inzwischen sind viele Dörfer die an den Küsten des Ozeans liegen stark gefährdet sobald der Winter hereinbricht. Denn aufgrund der Wintertemperaturen die um 3,5 Grad höher sind als noch in den 50er Jahren schmelzen ganze Eisberge und das Wintereis bildet sich erst viel später im Jahr.
Dadurch sind die Küsten dem Wind und den Wellen direkt ausgesetzt, die nun nicht mehr von den Eismassen abgeschwächt werden.
Hinzu kommt das Aussterben von Tier und Pflanzenarten von denen die Einwohner, meist Ureinwohner wie Eskimos, leben.
Über eine Umsiedlung wird bereits diskutiert, doch diese rettet zwar Menschen, aber die Probleme werden dadurch nicht gelöst.

Und als wäre dies noch nicht genug schwebt über diesem idyllischen Fleckchen Erde nun auch noch das Damoklesschwert in Form der Ölbohrgesellschaften.
Erst kürzlich hat der Ölkonzern Royal Dutch Shell von den Behörden die Genehmigung erhalten vor der Arktik Küste Alaskas nach Öl zu bohren.
Das es dort riesige Ölvorkommen gibt ist schon seit langem bekannt und viele Ölkonzerne haben sich bereits darum bemüht dort Bohrungen anstellen zu dürfen.

Doch aufgrund nicht garantierbarer Sicherheit für Mensch und Umwelt gab es bisher keinerlei Genehmigung. Warum ausgerechnet jetzt dort gebohrt werden darf, selbst wenn die Sicherheitsvorkehrungen enorm hoch sind, darüber kann nur spekuliert werden.
Umweltschutzorganisationen und Ölbohrgegner sind auf alle Fälle alarmiert und gleichzeitig empört.
Unter anderem hat doch die Explosion der Ölbohrplattform Deep Water Horizon im Golf von Mexiko vor einigen Jahren bereits gezeigt welche Risiken für unseren gesamten Planeten solche Bohrungen beinhalten. Die Schäden im Golf von Mexiko sind bis heute spürbar und waren gewaltig.
Es gibt keine bewährte Methode um einer Ölkatastrophe in arktischem Gewässer entgegenzuwirken. Das Vorhaben wird von vielen Experten und Umweltschützern als riskant und unausgereift bezeichnet. Vielerorts gehen die Menschen bereits auf die Straßen und protestieren dagegen.

Letztlich scheint es jedoch so das Ölkonzerne und das liebe Geld einmal mehr über Menschenleben und vor allem über die Natur und die Umwelt gestellt werden.
Wo uns das zum jetzigen Zeitpunkt hingeführt hat dürfte doch mittlerweile allen klar sein und dennoch scheint es manch einem herzlich egal zu sein.

Immerhin gab es auch eine kleine positive Nachricht für die Einwohner Alaskas. Vor einigen Tagen entschied US Präsident Barrack Obama darüber das der 6168 Meter hohe Berg Mount McKinley seinen ursprünglichen Namen wie von den Ureinwohnern lange Zeit eingefordert, zurückerhält.
So heißt der Berg, der 1896 von einem Goldsucher nach dem damals künftigen US Präsidenten benannt wurde um seine Bewerbung für die Kandidatur zu unterstützen, wieder sein ursprünglicher Name Denali zurückgegeben.
Dieser bedeutet in der Sprache der Inuid "Der Große" und passt somit perfekt zu dem Berg, da es sich schließlich um den höchsten Berg Nordamerikas handelt.


Quellen:
Artikel über das Walsterben auf stern.de

Beitrag zur Eisschmelze vor Alaska auf feelgreen.de

Bericht der FAZ über die Ölbohrvorhaben von Shell vor Alaska

Artikel über die Umbenennung des Mount McKinley auf spigel.de


Mittwoch, 22. Juli 2015

Hitler-Käfer in Indien gesichtet

Die Tierwelt bringt hin und wieder die skurrilsten Lebewesen hervor, wobei vieles jedoch auch mit der menschlichen Assoziation zusammenhängt. So ist es ja schon seit geraumer Zeit eine Art Spiel in vielen Tieren das Gesicht von Adolf Hitler wiederzuerkennen, beispielsweise bei Katzen die eine auffällige farbliche Markierung im Gesicht haben oder auch bei Hunden und Fischen, ja sogar Hitler-Häuser gibt es inzwischen wo das schräge Dach den Scheitel und die Holztür den Schnauzer bildet.
Vor etwa einem Jahr kam zu dieser Reihe von Hitler-Assoziationen nun auch ein Hitler-Käfer hinzu.

Dieser Käfer wurde von dem Fotografen Subbu Sullia aus Bangalore in Indien entdeckt als er gerade in seinem Garten damit beschäftigt war Schmetterlinge zu fotografieren.
Dabei entdeckte er eine Wanze mit einer großen schwarzen Markierung auf dem Rücken die den Scheitel erahnen lässt, sowie zwei Punkten für die Augen die jeweils auf den Flügeln sitzen und einem kleinen Dreieck in der Mitte des Rückens die den Schnauzer darstellt.

Subbu Sullia machte möglichst viele Schnappschüsse bevor die Wanze sich wieder verkrochen hat und zeigte die Bilder seinen Freunden.
Alle waren sich einig das dieser Käfer ein Gesicht auf dem Rücken tragen würde das aussehe wie eine Karrikatur von Adolf Hitler.

In der Tat ist eine gewisse Ähnlichkeit nicht zu leugnen wenn man sich die Bilder des Käfers genauer betrachtet.
Doch was viele nicht wissen ist das es bereits einen echten Hitlerkäfer in der Tierwelt gibt. Dieser sieht zwar nicht so aus wie Adolf Hitler, er ist aber nach ihm benannt.

Die Rede ist von Anophthalmus hitleri, einem Käfer von brauner Farbe aus der Familie der räuberischen Laufkäfer. Der Käfer ist nur etwa 5 Millimeter lang und lebt in den Höhlen von Slowenien.

Er bekam seinen Namen von Oscar Scheibel, einem deutschen Käfersammler, der im Jahr 1937 mehrere Exemplare dieser Art für seine Sammlung erstand und sie als neue Art erkannte.

Heute gilt der Käfer als bedroht, aufgrund der Sammler die ihn weniger aufgrund besonderer Merkmale sondern hauptsächlich wegen seines Namens schätzen. Dabei handelt es sich oftmals nicht unbedingt um Käfersammler sondern vielmehr um Sammler von Nazi-Memorabilien.

Der Sammlerwert eines Anophthalmus hitleri beträgt aufgrund seiner Seltenheit inzwischen etwa 1000 Euro pro Exemplar, die jeder Sammler gerne zahlt. Es wurden sogar schon einige Käfer aus Museumssammlungen gestohlen.

Quellen:
Bericht zur Hitler-Wanze in Indien auf Bild.de

Englischsprachiger Artikel zur Hitler-Wanze inklusive einem Bild des Tieres

Wikipedia-Eintrag zu Anophthalmus hitleri

Donnerstag, 28. Mai 2015

Ambrosia - Ein krankmachendes Unkraut auf dem Vormarsch

Es gibt unzählige Kräuter und Pflanzen, manchen sogar als Unkraut bezeichnet, die in Wirklichkeit heilsame Kräfte besitzen und wohltuend auf den menschlichen Körper einwirken, ja sogar die schlimmsten Krankheiten bekämpfen können.
Doch wo Licht ist, da muss es immer auch Schatten geben.
Und in der Welt der Pflanzen gibt es viele die durch ihre Verbreitung in Form von Pollen dem Menschen schwer zusetzen.

Ein ganz besonders invasives und sehr hartnäckiges Unkraut ist das Beifußblättrige Traubenkraut, auch als Ambrosia bekannt.
Dabei hat es nicht im geringsten etwas mit dem göttlichen Ambrosia zu tun, welches in der Griechischen Mythologie Unsterblichkeit verspricht und gerne von den Götter konsumiert wird. Ganz im Gegenteil: Die Pflanze die unter dem botanischen Namen Ambrosia Artemisiifolia bekannt ist kann starke Allergien auslösen und ist daher in höchstem Maße gesundheitsgefährdend da sie sogar zu Asthma führen kann.

Die Gründe für die erst jetzt aufkommende Besorgnis und die zunehmend fortschreitende Ausbreitung sind die üblichen: Der weltweite Handel, Klimaerwärmungen, menschliche Dummheit.

Ursprünglich stammt das Ackerkraut aus Nordamerika und war in Europa und Asien nicht heimisch. Mittlerweile gibt es jedoch einige Problemregionen, vor allem im Asiatischen Raum aber auch in Südeuropa. Besonders betroffen sind Norditalien, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Südostfrankreich sowie die Südschweiz.

Dabei gestaltet sich die Bekämpfung des Unkrauts mehr als schwierig weil einerseits die Fruchtbestände des einjährigen Ackerunkrauts zusammen mit Sonnenblumen reifen, dann mit diesen zusammen geerntet werden und so beispielsweise in das Vogelfutter gelangen. Dieses wird dann in den Wintermonaten gerne zur Fütterung der Vögel genutzt und die feinen Samenkörner der Ambrosia fallen auf den Boden unter Bäume, wo sie den nötigen Nährboden finden und im Frühjahr austreiben können.
Andererseits sorgt die zunehmende klimatische Erwärmung dafür das die Pflanze ideale Bedingungen vorfindet, inzwischen teilweise auch hierzulande.

Speziell auf Brachflächen, wo es keine Pflanzliche Konkurrenz für das Unkraut gibt wächst und gedeiht es prächtig, dabei ist die Pflanze wenig wählerisch und wächst sowohl auf trockenen als auch auf feuchten Böden gut an. Die Wuchshöhe kann in Deutschland je nach klimatischer Lage zwischen 10 cm und 2 Metern betragen.
Von Julia bis September etwa, wenn die Ambrosia beginnt zu blühen, verbreitet sie ihre Pollen die bei einer einzigen Pflanze zahlenmässig in die Millionen geht.
Auch die Samen die pro Pflanze die 1000 leicht übersteigen, bleiben über 10 Jahre lang Keimfähig und können so selbst dann noch für ein erneutes Anwachsen sorgen wenn man glaubt das Unkraut längst bekämpft zu haben.

Falls man eine Ambrosia Population im Garten bemerkt ist das einzige Mittel sie effektiv zu bekämpfen die Pflanze noch vor der Blüte mitsamt ihrer Wurzel auszureissen. Hat sich bereits ein Blütenstand gebildet, muss man den Blütenstiel zunächst abschneiden und danach wie gehabt die Pflanze mitsamt ihrer Wurzel ausreissen.
Es ist empfohlen dabei jedoch Handschuhe zu tragen, da es ansonsten zu Hautausschlägen kommen kann. Ambrosia ist ein so starker Allergieauslöser wie kaum eine andere Pflanze.

Auch die Erkennung gestaltet sich mitunter als nicht ganz so einfach, denn sie wird oftmals mit Beifuß, Wermut und der wilden Möhre verwechselt.
Wenn die Blätter an der Unterseite grün sind und der Stängel deutlich abstehend behaart, dann ist die Warscheinlichkeit sehr hoch das es sich um Ambrosia handelt.
Wer sich dabei nicht ganz sicher ist kann ein Foto von der Pflanze machen und bei einer der mittlerweile in jedem Bundesland eingerichteten Meldestellen einreichen. Dort werden Hobbygärtner auch beraten wie am besten gegen das Unkraut vorgehen können.

Quellen:
Ausführlicher Artikel zur Erkennung und Bekämpfung auf Zuhause.de

Informative Homepage über die Ambrosia

Kurzer Beitrag auf t-online.de

Foto-Show zur Erkennung und Bestimmung der Ambrosia auf Zuhause.de

Donnerstag, 30. April 2015

Tag des Wolfes

Heute am 30. April ist es wieder soweit, es ist der Tag des Wolfs in Deutschland.
Ins Leben gerufen wurde dieser Tag vom NABU vor einigen Jahren um die Bevölkerung einerseits aufzuklären, ihr andererseits aber vor allen Dingen auch die Skepsis im Bezug auf die Wölfe zu nehmen.

Mittlerweile ist der Wolf seit nunmehr 15 Jahren wieder in Deutschland heimisch, nachdem er die 150 Jahre davor als ausgestorben galt.
Die Wiederansiedlung war also von Erfolg gekrönt und inzwischen gibt es wieder 31 Rudel auf deutschem Boden, die meisten davon in Ostdeutschland.

Und speziell in Sachsen hat man den Beweis angetreten das Menschen und Wölfe durchaus zusammen leben können. Möglich gemacht wird dies durch das starke Engagement von Wilschützern und Tierfreunden, aber auch durch technische Hilfsmittel und gute Zusammenarbeit.

Denn auch wenn auf dem Speiseplan eines Wolfes neben Wildtieren auch sämtliche anderen Tierarten stehen die als Beutetier in Frage kommen so konnte durch sogenanntes Wolfsmonitoring in Sachen eindeutig widerlegt werden das die Wölfe für den Niedergang von Schafsherden oder Schäfereien verantwortlich waren, ebensowenig wie sie größere Teile anderer Viehzuchten rissen.
Durch eine Kombination von modernen Herdenschutzzäunen und Herdenschutzhunden kann eine hohe Sicherheit erreicht werden.

Auch die Vorurteile gegenüber dem Wolf er könne Menschen anfallen und Großmütter oder kleine Kinder reißen, wie sie in unseren Märchen genährt werden, sind schlichtweg aus der Luft gegriffen. In den 15 Jahren in denen nun wieder Wölfe in Deutschland heimisch sind gab es noch keinen einzigen bestätigten Fall in dem ein Mensch durch einen Wolf oder ein Wolfsrudel zu Tode kam. Wildschweine zum Beispiel sind statistisch gesehen jährlich für rund 20 Tote verantwortlich, was sie um einiges gefährlicher macht als die Wölfe, aber auch sie werden akzeptiert und respektiert in den heimischen Wäldern.

Den meisten Jägern und Landwirten ist der Wolf aufgrund von Unkenntnis und Aberglauben ein Dorn im Auge.
Daher bleibt zu hoffen das die Aktionen des NABU und anderer Tierschutzorganisationen Früchte trägt und auch die Bevölkerung ihre Vorurteile gegenüber dieser majestätischen Tiere ablegt, damit er wieder zu einem festen und vor allem dauerhaften Bestandteil unserer heimischen Fauna wird und dies auch bleibt.

Quellen:
Artikel zur Rückkehr des Wolfs in der Taunus Zeitung

Informationen zum Tag des Wolfes auf der NABU Homepage

Informativer Blogartikel mit weiterführenden Links auf planetenreiter.de

Montag, 30. März 2015

Das Schicksal der männlichen Küken auf dem Prüfstand

Bisher ist es eine gängige und vor allen Dingen rentable Methode der Geflügelindustrie die frisch geschlüpften kleinen Küken mithilfe von Fliessbändern und geschulten Mitarbeitern geschlechtlich zu trennen.

Der Grund dafür ist ebenso simpel wie grausam: Die weiblichen Küken werden künftig als Legehennen und Mastvieh gehalten und die männlichen Küken werden zerschreddert oder vergast.

Da ein männliches Küken annähernd doppelt soviel Futter benötigt wie sein weibliches Pendant um es zu mästen und auch keine Eier legen kann, lohnt es sich nicht die männlichen kleinen wuseligen Hühnchen aufzuziehen, da dies zu hohe Kosten bedeuten würde. Stattdessen werden sie von Menschenhand aussortiert, auf ein Fliessband gestellt und wandern so schnurstracks und bei lebendigem Leib in einem Zerhäcksler.
Der übrigbleibende Brei wird dann weiter zu Tierkörpermehl verarbeitet und verbrannt.
Der prozentual recht geringe Anteil an Küken die vergast werden, gelangen als Tierfutter in Zoos und Tierparks.

Da immer mehr Tierschützer inzwischen enormen Druck auf die Geflügelindustrie ausüben hat sich mittlerweile auch die Politik eingeschaltet und Bundesagrarminister Christian Schmidt von der CSU hat angekündigt verschiedene Verfahren zu prüfen um diese gängige Tötungspraktik zu unterbinden. Sein Ziel ist es das sinnlose Töten bis 2017 zu stoppen und schon Ende 2016 sollen die ersten tötungsfreien Bruteier auf den Markt kommen.

Ermöglicht wird diese Idee durch ein von Veterinärmedizinern der Universität Leipzig entwickeltes neues Verfahren das es ermöglicht bereits im Ei das Geschlecht des schlüpfenden Kükens zu erkennen.

Sollte dieses Verfahren Erfolg haben und auch in großem Stil angewandt werden können steht dem hohen Ziel das Töten zu stoppen nichts mehr im Weg.

Bleibt nur die Frage ob die jeweiligen Betriebe und die Geflügellobby auch einlenken und entsprechende Geräte installieren werden.
Immerhin heisst es im Paragraph 1 des Tierschutzgesetzes bereits: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen".
Die Betriebe rechtfertigten die Tötungen jedoch damit das sie ja einen Teil der Tiere zu Futter weiterverarbeiten würden und erklärten das dies vernünftig genug sei.

Also hoffen wir das sich wenigstens ein klein wenig Besserung einschleicht und sich die Zahl der jährlich bis zu 40 Millionen zerhäckselten und vergasten Küken reduzieren wird.

Quellen:
Beitrag zum Thema auf feelgreen.de

Beitrag auf n-tv inklusive Video

Artikel zum Thema auf Spiegel Online

Samstag, 28. Februar 2015

Naturgeräusche verstummen - Der Mensch verlernt das Hören der Natur

Aufgrund der immer stärker anwachsenden Bevölkerung auf der Erde und dem daraus resultierenden Lärm, ausgelöst durch Autos, Flugzeuge, Bahnen, Boote und vielem mehr, stumpft das Menschliche Gehör zunehmend ab und verlernt mit der Zeit auch die Geräusche die Mutter Natur bietet wahrzunehmen.

Ein Team aus US-Forschern untersuchte in den vergangenen Zehn Jahren die Lärmbelastung an rund 600 Stellen in verschiedenen Nationalparks der USA und kam zu dem Ergebnis das in deutlich mehr als der Hälfte der besuchten Ortschaften der durchschnittliche Lärmpegel durch von Menschen und deren Maschinen verursachte Geräusche 3 Dezibel höher liege als ohne diese von Menschen verursachte Geräusche.
Die Forscher nehmen an, das der Mensch nach und nach die Fähigkeit verlieren wird diverse Naturgeräusche wahrzunehmen wie beispielsweise das Zwitschern eines Vogels, weil die von Menschen verursachten Geräusche deutlich lauter sind.

Wir Menschen konditionieren uns demnach selbst so um das wir nur noch die Dinge wahrnehmen die wesentlich mehr Krach machen. Verstärkt wird dieser Effekt noch zusätzlich dadurch das viele Menschen etwa mit Kopfhörer draußen unterwegs sind und Musik hören, anstatt dem Plätschern des Wassers oder dem Singen der Vögel zu lauschen.

Selbst an den entlegensten Orten haben die Forscher noch Flugzeuglärm gemessen und sie erwarten das sich diese Lärmbelastung in den kommenden 30 Jahren noch mehr als verdoppeln wird.

Doch schon heute sind die Folgen dieser Lärmbelastung allgegenwärtig und weitreichend. Erst kürzlich gab es einen Bericht der Europäischen Umweltagentur nach dem jeder Vierte Europäer schädlichem Lärm durch Eisenbahnen, Straßenverkehr, Flugzeugen und Industrie ausgesetzt sei.
In dem Bericht heißt es weiter das in Europa mehr als 8 Millionen Menschen unter Schlafstörungen leiden die auf diese Lärmbelastung zurückgeht und mehr als 20 Millionen Menschen fühlen sich vom ständigen Lärm beeinträchtigt.

Die Folge dieser Belastung sind gravierende gesundheitliche Probleme. Experten schätzen das mehr als 900.000 Europäer wegen der Lärmbelastung unter Bluthochdruck leiden. Zudem landeten durch die ständigen lauten Umgebungsgeräusche rund 43.000 Menschen mit einem Infarkt oder Schlaganfall im Krankenhaus. In mindestens 10.000 Fällen pro Jahr sei die Lärmbelastung sogar der Grund für einen vorzeitigen Tod.

Eine Reduzierung der Geräuschkulisse ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil wird es künftig wohl noch viel lauter um uns herum werden. Bleibt nur zu hoffen das wir möglichst bald kollektiv Umdenken und uns wieder mehr zur Natur hingeben.

Für alle die sich gerne einmal ein paar Naturgeräusche anhören möchten bin ich noch auf eine interessante Hobby-Seite gestoßen auf der man sich diverse selbst aufgenommene Natur-Sounds anhören kann. Den Link dazu findet ihr in den Quellenangaben unter dem Beitrag.

Quellen:
Artikel zum Thema auf feelgreen.de

Beitrag auf ka-news.de

Hobby-Seite auf der man sich diverse Naturgeräusche anhören kann

Samstag, 31. Januar 2015

Leuchtendes Dreckwasser in China

Im Hafen von Hongkong, der Sonderverwaltungszone im Süden der Chinesischen Volksrepublik, spielt sich nachts ein faszinierendes aber gleichzeitig auch beunruhigendes Schauspiel ab.

Das Wasser der an der Südküste gelegenen Metropole fängt an blau zu leuchten.
Grund dafür sind Noctiluca scintillans, sogenannte Dinoflagellaten die auch als Meeresleuchttierchen bezeichnet werden. Es sind Einzeller die sich von Plankton, Fischeiern oder eben auch Algen ernähren.

Und eben jene Algenblüten häufen sich in den Gewässern rund um Hongkong, wozu auch das Perlfluß-Delta zählt. Die Algen wiederum finden durch das Abwasser in dem sich auch jede Menge Essensreste und landwirtschaftliche Dünger befinden einen idealen Nährboden um sich auszubreiten.

Für die Meeresleuchttierchen bilden diese großen Algenteppiche ein wahres Festmahl und in unruhigem Gewässer fangen die Tierchen an blau u leuchten, was durch das Brechen der Wellen erreicht wird.
Diese Biolumineszenz von Milliarden kleiner Einzeller taucht das Wasser an der Küste in ein gespenstisches Licht.

So schön dieses bläuliche Schimmern jedoch anzusehen ist, so drastisch sind jedoch die Probleme auf die es hindeutet.
Durch diese massive Invasion von Algen entsteht nämlich unter Wasser eine Todeszone für Fische, Krebstiere und alles was dort kreucht und fleucht, da die Algen dem Wasser und bei ihrem Ableben auch dem Meeresboden den Sauerstoff entziehen.

Das Ökosystem ist dort enorm aus dem Gleichgewicht geraten und es bleibt abzuwarten ob die zuständigen Behörden angemessen darauf reagieren werden.

Quellen:
Artikel auf feelgreen.de

Artikel auf Spiegel Online mit interessanter Fotostrecke des leuchtenden Wassers

Wikipedia-Eintrag zu Noctiluca scintillans

Montag, 26. Januar 2015

Das tragische Schicksal der Österreichischen Bären-Population

In vielen Gegenden Europas gab es in früheren Zeiten unzählige Bären. Doch mit der Ausbreitung des Menschen und der immer schneller wachsenden Zivilisation wurden die Reviere der Bären immer kleiner und ganze Populationen verschwanden von der Bildfläche.

Auch in Österreich gab es einstmals stattliche Braunbären (Ursus arctos) bis im Jahre 1842 die dortige Population vollends erlosch und der letzte Bär von der Bildfläche des Landes verschwand.
Lange Zeit lebten die Menschen ohne die Gegenwart von Bären, wenngleich es in einigen Europäischen Ländern durchaus noch Bären als Nachbarn des Menschen gab. So auch in Slowenien und Kroatien, wo bis heute noch rund 800 - 1000 Bären leben.
Und genau von dort machte sich auch ein Weitwanderer unter den Bären auf um sich bis 150 Kilometer vor Wien in einem neuen Revier niederzulassen.

In der Nähe des Ötscherberges in den nördlichen Kalkalpen hatte im Jahr 1966 ein Jahrhundert-Föhnsturm 2500 Hektar Wald umgemäht und dafür gesorgt das auf den so entstandenen Kahlflächen die Himbeeren in voller Pracht gedeihen konnten.
Und an ebendiesen Ort hatte es den Weitwanderer im Jahre 1972 verschlagen, der aufgrund des Gebietes fortan als Ötscherbär bezeichnet wurde.
Zum damaligen Zeitpunkt lebten dort noch nicht viele Menschen und er konnte in aller Ruhe sein Leben genießen. Hin und wieder demolierte er zwar ein paar Bienenhäuschen der dortigen Imker und stibitzte das Rapsöl der Kettensägen oder brach in ein Waldarbeiterdepot ein, aber die Menschen lernten mit dem Neuankömmling zu leben und errichteten Elektrozäune zum Schutz ihres Hab und Guts.

Da er jedoch lange Zeit alleine lebte und ihm kein Weibchen aus seiner alten Heimat gefolgt war, beschloss der WWF etwas nachzuhelfen und so fing man 1989 im ehemaligen Jugoslawien eine Bärin und setzte sie im Revier des Ötscherbären aus. Es dauerte daraufhin auch nicht lange und die Bärin brachte Anfang 1991 drei Jungbären zur Welt. Zwei Jahre später folgte der zweite Wurf, inzwischen waren auch noch zwei weitere Braunbären in der Nähe ausgesetzt worden.
Nach und nach entwickelte sich so wieder eine kleine Bären-Population in Österreich, wo Bären seit über 100 Jahren eigentlich ausgestorben waren.
Insgesamt konnten durch das WWF in Österreich in den Jahren nach der Ansiedlung 35 Bären nachgewiesen werden, wovon 31 dort geboren wurden. Im Jahr 1999 konnte man sogar ganze 12 Bären auf einmal in dem Gebiet des Ötscherberglandes nachweisen.

Von da an ging es jedoch wieder bergab mit der Population.
Obwohl die Tiere gechipt und markiert waren und auch unter strengsten Naturschutzmaßnahmen standen verschwanden immer mehr der Tiere auf unerklärliche Weise.
Zwar kommt es hin und wieder vor das ein Tier durch eine Lawine verschüttet wird und stirbt, doch heute führt man die meisten Fälle von verschwundenen Bären auf Wilderer zurück.

In wenigen Fällen konnten sogar die ausgestopften Tiere, die als Trophäen der Wilderer dienten, sichergestellt werden.
Man geht auch davon aus das einige der gewilderten Bären auf das Konto von Alois Huber, der im Jahr 2013 im niederösterreichischen Annaberg 4 Menschen erschoss nachdem man ihn als Wilderer entlarvt hatte und danach sich selbst eine Kugel in den Kopf jagte.
Im Keller seines Bunkers fand man unzählige Jagdtrophäen, die zwar so zahlreich waren das er sie nicht alle selbst erlegt haben konnte und einige wohl auch bei diversen Einbrüchen in Jagdvillen und Schlösser erbeutet wurden, doch dort lagerten eben auch einige Wildtierfelle, sowie die Überreste von Bären.

Letztendlich kam es wie es kommen musste und im Jahre 2010 streifte nur noch ein letztes Männchen, der 2001 am Ötscherberg zur Welt gekommene Moritz, durch Niederösterreich. Doch auch seine Spur verlor sich und es gab in den darauffolgenden Jahren keinen Hinweis mehr auf ihn.
Zwischenzeitlich war zwar noch geplant Moritz 3 Bärinnen aus Slowenien als Gesellschaft auszusetzen, doch aus dem Bärenflirt wurde leider nichts und so ließ sich das Unvermeidliche nicht mehr verhindern.
Zum zweiten mal starben die Bären in Österreich aus.

Quellen:
WWF-Chronologie der Braunbärenpopulation in Niederösterreich als pdf

Artikel auf derStandard.at zum Verschwinden von Moritz

Artikel vom WWF zu Braunbär Moritz vor seinem Verschwinden

Informativer Beitrag in dem Buch "Bären & Marder" vom Komet-Verlag

Artikel über den Wilderer und Amokläufer von Annaberg

Mittwoch, 21. Januar 2015

Besorgniserregender Wassertiefstand im Baikalsee, dem größten Frischwassersee der Erde

Tief im asiatischen Festland eingebettet, in der Nähe der südlichen Grenze Russlands zur Mongolei gelegen liegt der größte Süßwassersee der Erde, der Baikalsee.
Mit einer Tiefe von 1642 Metern ist er nicht nur der tiefste Frischwassersee der Welt, sondern mit einem Wasservolumen welches größer ist als das der Ostsee und etwa dem 480 fachen des Bodensees entspricht eben auch der größte Süßwassersee.
Doch nicht nur seine Größe sind imposant, sondern auch sein Alter, das auf 25 Millionen Jahre beziffert wird, was ihn somit auch zum ältesten Reservoir für Süßwasser weltweit macht.

Nun haben russische Wissenschaftler jedoch Wasserstandsmeldungen veröffentlicht die besorgniserregend sind. Demnach hat der See mit einem Wasserstand von 456 Metern über dem Meeresspiegel den tiefsten Wasserstand seit 60 Jahren erreicht. Im Vergleich zum Jahr 2013 sank das Niveau um ganze 40 cm.

Die Forscher sind sich jedoch was die Gründe für den Rückgang des Wasserstandes betrifft unschlüssig woran es genau liegt. Hauptsächliche Ursachen sind neben natürlichen Prozessen und umweltbedingten Einflüssen aber mit Sicherheit auch diverse Interventionen des Menschen. Unter anderem wird durch einen Staudamm des Wasserkraftwerks bei der Stadt Irkutsk die Wassermenge reguliert die durchgelassen wird.

Auch gab es viele industrielle Ansiedlungen rund um den See, weswegen vielerorts Naturschutzgebiete und Naturparks eingerichtet wurden bzw. eingerichtet werden mussten um sowohl die Tiere und Pflanzen, als auch das Wasser an sich und seine Reinheit zu schützen und zu bewahren.

Der Baikalsee beinhaltet etwa ein Fünftel, also knapp 20 % des gesamten Süßwassers der Erde.
Hinzu kommen etwa 1500 Tier - sowie 1000 Pflanzenarten, von denen rund zwei Drittel endemisch sind, das heißt das sie nur dort vorkommen und sonst an keinem anderen Ort der Welt.

Trotz der äußeren Einflüsse durch den Menschen und der teilweisen Verunreinigung durch Industrielle Anlagen, die inzwischen aber wieder zurückgingen, ist der Baikalsee einer der wenigen Seen der Erde dessen Wasser ungefiltert noch die Qualität von Trinkwasser besitzt. Dies ist zurückzuführen auf die enormen Ausmaße und die daraus resultierende Anbindung an insgesamt 336 Flüsse, sowie unzählige Bäche die das Wasser des Sees stets auffrischen und säubern.

Mittlerweile ist der See auch ein beliebtes Urlaubsziel und der Tourismus in der Region wird immer größer, doch seit 1996 gehört er zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Wissenschaftler untersuchen den Rückgang des Wassers weiterhin und gaben an das man jetzt erst einmal die nächsten ein oder zwei Jahren abwarten und beobachten müsse um genaue Schlüsse ziehen zu können. Immerhin war das Jahr 2014 weltweit auch das Heißeste Jahr seit der Erfassung elektronischer Daten.
Die vielen Naturschutzprojekte und Naturparks geben Anlass zur Hoffnung das der See und seine umliegenden Wälder und Gebirge nicht wahllos der Zivilisation zum Opfer fallen. Sollte es sich jedoch um weitreichende Einflüsse wie das Weltklima als Ursache für den Wasserstandsrückgang handeln und der Pegel noch weiter sinken könnte dadurch die gesamte Fauna und Flora in und um den See bedroht werden und es könnte zum Aussterben vieler einzigartiger Tier und Pflanzenarten kommen und auch der weltweite Bedarf an Frischwasser würde darunter leiden.

Quellen:
Aktuelles Video zur Thematik auf t-online.de

Deutsche Homepage des Baikalsees mit vielen Impressionen

Wissenswertes und Geschichtliches auf "Planet Wissen"

Wikipedia-Eintrag zum Baikalsee mit vielen Fakten

Freitag, 16. Januar 2015

Nähen für Koalas und Kängurus in Australien

Durch die in letzter Zeit wieder relativ häufig und großflächig ausgebrochenen Buschfeuer in Australien nahe der Stadt Adelaide sind derzeit wieder eine Großzahl an Tierarten bedroht.

Speziell die Koalabären sind hier zu nennen, da die Tiere sich nur recht langsam bewegen und ihre bevorzugten Bäume, die Eukalyptusbäume, brennen sehr leicht. Wenn die Bärchen nun versuchen an den Stämmen hochzuklettern oder sich daran festhalten verbrennen sie ihre Pfoten und im schlimmsten Fall fängt auch das Fell Feuer und sie verbrennen bei lebendigem Leib.

Viele Tierschutzorganisationen versuchen den Tieren so gut es geht zu helfen und retten sie vor den Flammen. Auch wenn es nicht alle überleben und einige so schwer verletzt gerettet werden das sie letztlich doch eingeschläfert werden müssen so können doch eine Menge der Bären behandelt werden.
Dennoch war es schwierig für die lokalen Tierschutzorganisationen genügend Mittel zur Behandlung der Tiere aufzutreiben, weswegen sie sich entschlossen einen Aufruf zur Hilfe an die Australier zu richten. Sie baten die Bevölkerung Handschuhe für die Koalabären zu nähen, wodurch die Verbrennungen an den Pfoten viel schneller und besser abheilen konnten. Die Handschuhe selbst konnten aus alten Stoffresten von Geschirrtüchern oder ähnlichem bestehen, einzige Bedingung war das es sich zu 100% um Baumwolle handelte.
Die Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare (IFAW) erhielt auf ihren Hilfegesuch hin jedoch nicht nur von Australiern Hilfe sondern bekam daraufhin Pakete aus der ganzen Welt. Josey Sharrad von der IFAW sagte sie haben sogar Pakete aus China, Russland, Kasachstan, Großbritannien und den USA bekommen.

Mittlerweile ist die Organisation mit Handschuhen für die Koalas mehr als eingedeckt und einige der behandelten Bärchen zeigen bereits sehr gute Genesungs-Resultate sodass die Möglichkeit besteht sie demnächst wider freilassen zu können - möglichst weit weg von einem Buschfeuer versteht sich.

Das Augenmerk der IFAW richtet sich nun aber auf die anderen Tierarten die ebenfalls von den Buschbränden betroffen sind.
Auch die Kängurus gehören zu den bedrohten Arten, obwohl sie doch um einiges flinker sind als die pelzigen kleinen Bären. Nichtsdestotrotz fallen auch bei Ihnen einige Tiere dem Feuer zum Opfer und insbesondere Jungtiere die hierbei ihre Mütter verlieren sind extrem gefährdet. Die kleinen Kängurus werden lange Zeit von ihren Müttern in deren Beutelsack herumgetragen und wachsen darin heran. Ohne Muttertier benötigen die Kleinen spezielle warme Beutel um heranwachsen zu können und eine Chance aufs Überleben zu haben.

Die IFAW hofft daher nun auf einen ähnlichen Erfolg wie bei den Handschuhen für die Koalas und bat um Hilfe bei der Beschaffung von warmen Beuteln.
Auf ihrer Website veröffentlichte die Organisation auch ein Schnittmuster für die Känguru-Beutel, denn der Bedarf sei groß und täglich kommen neue Opfer der Brände hinzu.

Bleibt zu hoffen das der Hilfeaufruf ein ähnlicher Erfolg wird und das die Australier die Brände möglichst schnell wieder in den Griff bekommen, damit die Fauna und Flora in den betroffenen Gebieten sich rasch wieder erholen kann und die versorgten Tiere demnächst wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Quellen:
Artikel auf derstandard.at inklusive einer kleinen Bilderserie der Behandlungen

Artikel der FAZ

Deutsche Homepage der IFAW

Direktlink zum Schnittmuster für die Känguru-Beutel (Englische Anleitung)

Mittwoch, 14. Januar 2015

Das letzte Einhorn wurde erlegt

Wer kennt sie nicht - die Einhörner, mystische Wesen aus Märchen und Sagen die in der heutigen Zeit für einen Großteil der Menschheit als pure Fantasiegestalten gelten und demnach nie wirklich existiert haben.
Doch diejenigen unter uns die an die Existenz von Fabelwesen glauben erhalten jetzt in gewisser Weise einen neuen Beweis dafür das ihr Glaube auf wahren Begebenheiten beruht und nicht nur dem Reich der Mythen entspringt.
In Slowenien, nahe der Ortschaft Celje, hat nämlich nun ein Jäger einen Rehbock mit nur einem Horn erlegt.
Natürlich entspricht ein Rehbock nicht gerade dem Bild eines Einhorns wie wir es aus den unzähligen Märchen und Geschichten kennen: Ein weißes Ross mit einem elfenbeinfarbenen und makellosen Horn, das den Inbegriff von Reinheit und Keuschheit darstellt und oftmals in Verbindung mit Jungfrauen vorkommt.
Doch auch dieser erlegte Rehbock stellt eine absolute Seltenheit dar. Gleichwohl kommt es jedoch hin und wieder vor das Rehböcke sich aufgrund eines Zusammenstoßes oder Unfalls ein Horn zu Beginn des jährlichen Wachstumszyklus des Geweihs verlieren, wodurch sich das Geweih derart verformt das es lediglich einen Zacken ausbildet.
So entstand vermutlich auch jene seltene Mutation, welche auch der Grund für den Abschuss des Rehbocks war, denn in Slowenien gelten genaue Regelungen darüber das nur bestimmte Tiere geschossen werden dürfen wodurch die Population von der Regierung streng unter Kontrolle gehalten wird.
Bei jenem Tier handelte es sich einerseits um einen Rehbock mit nur einem Horn, was auf eine frühere Verletzung hindeutete und andererseits um ein relativ altes Tier. Letzteres beweist jedoch auch das eine derartige Deformierung des Geweihs keinerlei Beeinträchtigung für einen Rehbock darstellt.

Nichtsdestotrotz zeigt uns diese Geschichte doch wieder einmal wie nahe die Fantasie und die Wirklichkeit doch beisammen liegen und das wir niemals mit Bestimmtheit sagen können das es spezielle Fabelwesen niemals wirklich gab.
Immerhin könnte es durchaus auch in der Vergangenheit bereits Sichtungen von Rehen, Hirschen oder ähnlichen Tieren mit nur einem Horn als Geweih gegeben haben und es kommt auch durchaus vor das sich innerhalb einer Spezies die eigentlich ein bräunliches Fell besitzt in ganz seltenen Fällen Albino-Varianten entwickeln die ein weißes Fell besitzen.

Des weiteren zeigt uns diese Geschichte das es keinesfalls das "letzte Einhorn" gewesen sein muss, da sich eine solche Verformung durchaus wiederholen könnte.

Also in Zukunft immer schön aufpassen wenn ihr draußen in Wald und Flur unterwegs seid. Es könnte euch passieren das euch tatsächlich ein Einhorn über den Weg läuft!

Quellen:
Bericht auf National Geographic

Artikel zum Thema auf focus.de

Artikel auf weekend.at

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Erstaunliche neue Erkenntnisse über die Intelligenz von Krähen

Bereits in der Antike erzählte man in Fabeln von Krähen die mit Hilfe von Werkzeugen arbeiteten, wie etwa der griechische Dichter Äsop in einer Geschichte erwähnt das eine Krähe durch die Verwendung von Steinen den Wasserstand eines Kruges so erhöht haben soll, dass sie daraus trinken konnte.

Inzwischen ist es sogar wissenschaftlich bewiesen das dies nicht nur ein Märchen ist, wie die Menschheit über Jahrhunderte hinweg glaubte, sondern durchaus der Wirklichkeit entspricht.
Doch Krähen sind noch zu weitaus mehr im Stande als bloss ein paar Steine auf zu picken und wieder fallen zu lassen, nur um an etwas Trinkbares zu gelangen, wenngleich allein diese Erkenntnis verdeutlicht dass sie in der Lage sind mit Werkzeugen umzugehen.

Ein Team aus russischen und amerikanischen Forschern hat nun jedoch in einem Experiment bewiesen das wir Menschen und unsere Verwandten die Menschenaffen nicht die einzigen Lebewesen sind die zu abstraktem Denken fähig sind, wie man lange Zeit annahm.
Die Forscher gaben den Tieren hierzu jeweils drei Karten auf denen verschiedene Symbole abgebildet waren, von denen zwei zueinander gehörten da ihre Form, Farbe und Anzahl dieselbe waren. Dabei lagen die Vögel, bei denen es sich um zwei Aaskrähen handelte, fast immer richtig.
Danach erschwerten die Forscher die Bedingungen indem sie Karten verwendeten auf denen nur noch ein abstrakter Zusammenhang zwischen den Symbolen bestand. Als Beispiel nannten sie etwa ein Set aus drei Karten bei dem auf einer ein blauer und ein roter Kreis, auf der zweiten ein blaues und ein rotes Quadrat und auf der dritten Karte ein Pluszeichen in blau, sowie ein rotes Quadrat abgebildet waren.
Dennoch lagen die Vögel zu 78% richtig, was ein erstaunlicher Wert ist, zumal sie dies spontan und ohne jedwedes vorheriges Training geschafft hätten.

Ein anderer interessanter Aspekt der Krähen ist das sie nicht nur Werkzeuge verwenden um etwas zu erreichen, was sonst nicht möglich wäre, sondern diese teilweise auch selbst herstellen. So hat man beispielsweise bei den Krähen Neukaledoniens beobachtet wie sie aus den Blättern von Schraubenbäumen sich Angeln anfertigen indem sie sie zurecht picken bis sie sie gut verwenden können um damit Maden und Larven aus Baumritzen zu angeln.
Bei ebendiesen Krähen hat man zudem auch jüngst festgestellt das sie, ähnlich wie es bei uns Menschen Rechts und Linkshänder gibt, entweder Rechts oder Linksschnäbler sind. Denn ein und dasselbe Tier nutzte das jeweilige Werkzeug immer zur selben Seite hin, es hing immer jeweils nach links oder rechts aus dem Schnabel.
Grund dafür sei die Dominanz eines der beiden Augen, welches stets etwas besser sehe als das andere meint der Zoologe Alex Kacelnik von der Universität Oxford. Dadurch können die Krähen auf der einen Seite das ganze Gesichtsfeld besser einschätzen und eben auch den Gebrauch ihres Werkzeuges effektiver nutzen.

Weitere Experimente mit Krähen zeigten etwa das sie den Wasserstand wie oben beschrieben eines Zylinders erhöhten, um an das Wasser zu gelangen oder an eine Made die auf dem Wasser schwamm, jedoch keinesfalls Steine in einen Zylinder warfen der beispielsweise mit Sand gefüllt war. Ebenso wählten sie unter verschiedenen gefüllten Zylindern denjenigen aus dessen Wasserstand bereits am höchsten war.

Neben Menschen und Menschenaffen sind Krähen bisher die einzigen bekannten Tiere die Werkzeuge sowohl verwenden als auch anfertigen und all diese neuen Erkenntnisse deuten daraufhin das Krähen die Intelligenz eines Fünf bis Siebenjährigen Menschenkindes besitzen.

Quellen:
Artikel zum Experiment mit den Karten auf welt.de

Beitrag zum Thema Rechts und Linksschnäbler auf Süddeutsche.de

Beitrag zu neuen Studien über Krähen auf RP Online

Sonntag, 30. November 2014

Nashörner - Die blutige Jagd nach dem heiligen Horn

Sie gelten als sanftmütige Riesen und reagieren meist nur dann aggressiv wenn sie sich bedroht fühlen: Die Nashörner. Deren Unterarten tragen allesamt Elfenbeinhörner auf der Nase oder oberhalb des Maules und eben dieses Horn, welches sie gegen Raubtiere auch gerne als Waffe einsetzen, sorgt dafür das sie immer bedrohter werden.

Denn die Hörner sind einerseits begehrte Trophäen für Großwildjäger, andererseits aber auch in manchen Erdteilen sehr beliebt. Speziell in Asien in Ländern wie Vietnam oder China boomt der Handel mit Nashorn-Elfenbein, da das Horn in der traditionellen chinesischen Medizin als Wunderheilmittel gilt und auch heutzutage noch oft eingesetzt wird.
Für das Horn zahlen die Käufer regelrechte Unsummen, wodurch so viele Wilderer auf den Plan gerufen werden. Teilweise beträgt der Preis für ein intaktes Horn eines Rhinozerosses auf dem Schwarzmarkt den doppelten Wert von Gold.

Da in Vietnam das letzte Java-Nashorn im Jahre 2010 erschossen wurde und auch in China keine Nashörner leben, bleibt nur der Handel und das treibt die Preise weiter in die Höhe, wodurch eine Spirale der Wilderei entsteht.

Allein im Krüger-Nationalpark in Südafrika in der viele Breitmaulnashörner leben wurden in den letzten Jahren zwei Drittel der Population getötet. Insgesamt leben in Südafrika etwa 80 Prozent aller Nashörner weltweit, daher ist das Land und speziell der Krüger-Nationalpark natürlich das bevorzugte Ziel der Wilderer.
Trotz der Versuche den Park zu schützen gelingt es Wilderern immer wieder unbemerkt hinein zu gelangen, die Tiere zu erschießen und das Horn heraus zu schmuggeln, was hauptsächlich an der Überlastung des Personals zum Schutze des Parks liegt.
Auf etwa 350 km Grenzzone zum benachbarten Mosambik kommen etwa 400 Ranger und ein paar Soldaten die das Areal überwachen. Von dort, aus Mosambik, kommen die meisten Wilderer. Diese schleichen sich in der Dunkelheit an den Wachtposten vorbei, warten bis kurz vor Sonnenaufgang und schießen die Tiere dann ab. Noch bevor es wieder hell wird verschwinden sie wieder zurück über die Grenze.

Inzwischen haben die Behörden und Naturschützer eine große Schutzzone im Süden des Parks eingerichtet. Diese umfasst rund 5000 Quadratkilometer, was etwa einem Viertel der Fläche des Parks entspricht, und ist bereits jetzt die Heimat für die meisten der etwa 10000 Nashörner die im Nationalpark leben. Sie waren erst in den 60er Jahren wieder dort eingeführt worden, nachdem sie bereits von Wilderern in dieser Gegend ausgerottet wurden.
Diese Schutzzone wird nun mit den neuesten technischen Geräten überwacht un die Hörner der Nashörner werden mit Mikrochips versehen, was es den Tierschützern ermöglicht einerseits den Aufenthaltsort zu bestimmen, andererseits aber auch die Körpertemperatur um so auf mögliche Gefahren besser reagieren zu können.
Einige der Methoden zur Überwachung haben sich die Naturschützer sogar von den USA und ihren Überwachungsmethoden an der Grenze zu Mexiko abgeschaut.
Auch gibt es prominente Fürsprecher und Spender für dieses Projekt, beispielsweise der US-Investor Warren Buffett, der fast 24 Millionen Dollar für die Anti-Wilderer Bemühungen des Parks zugesagt hat.

Doch nicht nur in Südafrika treibt die Jagd nach dem begehrten Horn ihr Unwesen, selbst bis nach Europa fand sie ihren Weg bereits.
In Europa gibt es zwar keine Nashörner, aber im Jahr 2011 fand ein Raubzug durch Museen, Zoos und Ausstellungen statt, mit dem Ziel ausgestopfte Nashornschädel zu erbeuten und weiter zu verkaufen.
Verantwortlich dafür waren sehr gut organisierte Verbrechersyndikate.

Bleibt nun vorerst zu hoffen das die umfangreichen Schutzmaßnahme des Krüger-Nationalparks Früchte tragen und ihre Wirkung zeigen. Vielleicht können dann die übrigen Länder in denen es noch wildlebende Nashörner gibt ähnliche Projekte ins Leben rufen und so den sanften Riesen eine weitere Existenz auf dem Planeten ermöglichen.

Quellen:
Beitrag auf feelgreen.de zum Projekt in Südafrika

Bericht über die Nashorn-Jagd auf National Geographic

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Die Eiche - Der König der Bäume

Die Eiche ist ein Baum der wirklich jedem bekannt sein dürfte und jeder weiß wie die Blätter aussehen und welche Form ihre Früchte, die Eicheln, haben. Doch das war es dann auch schon mit dem Wissen über diesen seit Jahrtausenden verehrten Baum bei Vielen von uns weil wir sie in der heutigen Zeit als etwas alltägliches und ganz normales in unseren Wäldern betrachten.

Dabei handelt es sich bei der Eiche um eine Baumart die es schon vor Millionen von Jahren gab. Sie traten bereits im Tertiär auf, vor rund 12 Millionen Jahren, was durch archäologische Funde in Sedimentschichten bewiesen wurde.
Heute kennen wir über 450 unterschiedliche Arten der Eichenbäume, darunter solche wie Weiß-Eichen und Roteichen.

Doch das wirklich beeindruckende an diesem Baum neben ihrer bereits seit langem bestehenden Existenz auf der Erde sind unter anderem ihr hohes Alter, welches sie erreichen kann, ihre kulturelle und religiöse Vergangenheit, aber vor allen Dingen auch ihre heilenden Kräfte.

Von vielen Kulturen wurde sie schon vor tausenden von Jahren verehrt. Oftmals wurde sie auch als irdische Verbindung zu den Göttern angesehen und den Gottheiten geweiht. So galt sie den alten Griechen beispielsweise als der Baum des Zeus und es entstand das Eichenorakel von Dodonna. Bei den Römern war sie dem Jupiter, dem obersten Gott des alten Rom gewidmet. Die Kelten verbanden die Eiche mit ihrem Wettergott und Himmelsherrscher Taranis und die Germanen widmeten sie Donar, oder Thor, dem Donnergott. Speziell die Sachsen beteten die sogenannte Irminsul an, wobei es sich um eine alte hohle Eiche handelte.
Sogar im Christentum gilt der Eichenbaum als heilig, wenngleich viele der alten germanischen Eichen gefällt wurden um den Heiden den Christlichen Glauben schmackhaft zu machen. Dennoch wird die Eiche im Christentum mit der heiligen Maria gleichgesetzt und gilt als Lebensbaum der für das ewige Leben und das ewige Heil steht.

Die Eichenbaumarten sind auch weit verbreitet. Neben Europa, Asien und Nordamerika findet man sie in Kolumbien, auf den karibischen Inseln und in Zentralamerika, wobei ein Schwerpunkt der Artenvielfalt jedoch in Nordamerika liegt.

Ihr Alter kann die 1000 Jahre durchaus übersteigen. Die älteste urkundlich erwähnte Eiche steht in der Oststeiermark und wurde bereits im Jahre 990 n. Chr. erwähnt, doch nach einigen Angaben soll es in Bulgarien gar eine Stieleiche geben deren Alter 1640 Jahre beträgt. Somit wäre sie der älteste Laubbaum Europas.

In Deutschland stellen Eichen nach den Buchen die zweithäufigste Baumart dar. Man findet sie meist jedoch in Mischwäldern, größere Eichenwälder sind sehr selten.

Interessant an der Eiche sind wie bereits oben erwähnt jedoch vor allem auch ihre heilenden Kräfte, sowie die Vielfalt an Möglichkeiten bei der diese Verwendung finden.
So kann man etwa die Eicheln die im Herbst heranreifen durch Röstung als Kaffeeersatz verwenden, oder einen Tee daraus herstellen, da sie sehr viele Bitterstoffe enthalten. Auch wurden sie in früherer Zeit oftmals mehrmals gewaschen um ihre Bitterstoffe zu entfernen und danach zu Mehl verarbeitet, was zum Backen von Brot verwendet werden konnte. So hat man so manche Hungersnot lindern können.
Zudem wurden Eicheln als Nahrungsmittel für die Schweine verwendet.

Noch mehr Möglichkeiten als ihre Früchte bietet jedoch die Rinde der Eiche. Sie enthält sehr viele Gerbstoffe und kann als Tee, Tinktur oder auch als Zusatz fürs Badewasser verwendet werden. Eine Gurgellösung aus Eichenrindentee hilft bei Entzündungen im Mund und Rachenraum da der gesamte betroffene Bereich gereinigt wird und sie danach ihre antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung entfaltet.
Auch bei Magen und Darmproblemen jedweder Art sorgt der Eichenrindentee für schnelle Linderung der Symptome und eine vollständige Genesung.
Sie besitzt eine adstringierende Wirkung, das heißt sie wirkt auf Gewebe und Schleimhäute zusammenziehend und kann so sogar zur Abheilung von Magen oder Darmgeschwüren, sowie leichten inneren Blutungen verwendet werden.

Am häufigsten wird die Eichenrinde bzw. ihr Extrakt jedoch äußerlich angewendet: Bei Waschungen, als Badezusatz oder als Umschlag.
So lassen sich schwer heilende Wunden, Ekzeme, Krampfadern oder Hämorrhoiden gut bekämpfen. Letztere schrumpfen durch die adstringierende Wirkung der Pflanze. Selbst gegen Fußpilz können Eichenrindenbäder eine starke Wirkung erzielen.

Wer die Eicheln selbst sammeln möchte sollte dies im Oktober tun, die Eichenrinde erntet man am besten von März bis Mai.
Von der Rinde verwendet man dann etwa 1-2 Teelöffel voll mit einer Tasse kaltem Wasser, welches man mit der Rinde zusammen aufkocht und etwa 5 Minuten kochen lässt.
Für die äußerliche Anwendung als Badezusatz oder für Umschläge gibt es inzwischen in den Apotheken  Eichenrindenextrakt zu kaufen, wer jedoch selbst die Rinde ernten und verwenden möchte der gibt einige hundert Gramm davon mit ins heiße Badewasser und lässt es eine Weile drin bevor man sich ins Wasser legt.

Sowohl geschichtlich, als auch Kulturell und vor allem aus medizinischer Sicht stellt die Eiche somit eine unglaublich vielfältige Pflanze dar, die nach und nach wieder an Bedeutung gewinnt, nachdem sie wie so viele Kräuter und Pflanzen unserer Zeit mehr oder weniger in Vergessenheit geriet.

Quellen:
Eintrag auf heilkraeuter.de

Beitrag zur Eiche als Heilpflanze auf fitundgesund.at

Wikipedia-Seite zum Thema "Eichen"

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Excalibur - Der sinnlose Tod eines Hundes

Es war in den letzten Tagen eines der Themen, das in den Medien immer wieder aufkam: Die Euthanasie des Hundes Excalibur, der eingeschläfert wurde weil sein Frauchen sich mit Ebola infiziert hat.

Sein Frauchen, die Krankenschwester Teresa Romero, hatte sich mit dem tödlichen Ebola Virus angesteckt als sie sich um einen von zwei Patienten kümmerte die mit dem Virus aus Sierra Leone in das Krankenhaus Carlos III. in Madrid eingeliefert worden und dort an den Folgen der Krankheit starben.
Die Frau infizierte sich nach Untersuchungen der Klinik höchstwarscheinlich beim Ablegen ihrer Schutzkleidung, als sie ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem kontaminierten Arbeitshandschuh berührte.
Ihr Hund spielte dabei nicht die geringste Rolle und dennoch musste er sterben.

Der Ehemann der infizierten Frau, welcher sich ebenfalls in Quarantäne in einem Krankenhaus befindet, startete noch vor der Einschläferungsaktion einen Aufruf im Internet und machte so die ganze Welt auf den Fall aufmerksam. Mehr als 86000 Menschen unterschrieben eine Petition zur Rettung von Excalibur, jedoch vergebens. Per Gerichtsbeschluss und ohne das Mitspracherecht seiner Halter wurde das Tier von den spanischen Behörden aus der Wohnung geholt und daraufhin eingeschläfert. Sein Leichnam wurde schnellstmöglich verbrannt.

Diese ganze Geschichte hat einen wirklich faden Beigeschmack, da es bisher keinen einzigen erwiesenen Fall gibt in dem ein Hund als Überträger der Krankheit in Frage kommt. Es gäbe laut Experten lediglich Hinweise darauf das Hunde sich mit Ebola anstecken könnten.

Aus Afrika ist bekannt das diverse Fledermausarten das Virus in sich tragen können, ohne an Ebola zu erkranken, von einigen Affenarten weiß man das sie sich an Ebola anstecken und auch daran sterben können. Zu Haustieren liegen jedoch keine speziellen Studien vor. Es gibt lediglich eine Studie aus dem Jahr 2005 in der Forscher einen Ebola-Ausbruch aus den Jahren 2001/2002 in Gabun untersuchten. Dabei fanden sie Antikörper gegen das Ebola-Virus im Körper von Hunden was als Hinweis auf eine frühere Infektion gedeutet wurde. Jedoch konnten sie nicht sagen, falls die Tiere wirklich an Ebola erkrankt waren, wo sie sich angesteckt hatten: Bei Menschen oder bei Tieren. Und es gab auch keinerlei Rückschlüsse darauf das eine Ansteckung von einem Hund auf einen Menschen erfolgt wäre.

Jetzt musste Excalibur, der sich eigentlich bester Gesundheit erfreute, sterben. Und das ganze aus reiner Vorsicht, mit der Begründung das man keinerlei Risiko eingehen wolle.
Hinsichtlich der Unvorsichtigkeit der Menschen und der weiteren Ausbreitung der Epidemie scheint eine solche Begründung schon relativ lächerlich.
Ein Tier dem nicht nachgewiesen werden konnte das es eine Gefahr darstellt musste sterben, aber stattdessen werden reihenweise Ebola-Patienten nach Europa eingeflogen, obwohl Menschen zu Fehlern neigen und die Gefahr einer Ausbreitung dadurch wesentlich höher ist.

Das es allerdings auch anders geht zeigt nun ein Fall aus den USA. Auch dort hat sich eine Pflegekraft mit dem tödlichen Virus infiziert und auch sie besitzt einen Hund. In der US-Stadt Dallas entschied der dortige Bürgermeister das der Hund in Quarantäne gehalten werde und sofern die Patienten wieder gesund werde, sie ihren Hund wieder haben dürfe. Die Begründung dazu lautete: Ein Hund sei sehr wichtig für einen Menschen.
Der Bürgermeister von Dallas, namens Mike Rawlings, trifft damit eine durchaus mutige Entscheidung in einer Zeit in der die Angst vor einer großräumigen Ausbreitung des Virus wächst und Panik allerorts spürbar ist. Dennoch scheint eine solche Entscheidung, auch wenn viele Experten zur Vorsicht mahnen, richtig.
Bevor noch mehr Haustiere sinnlos sterben müssen sollten sich einige ein Beispiel hieran nehmen, zumal es nun in absehbarer Zeit gewiss exaktere Studien über die Ansteckungsgefahr des Ebola-Virus von Tier auf Mensch und umgekehrt geben wird.

Quellen:
Artikel zu Excalibur auf Spiegel Online

Artikel auf krone.at

Artikel über Dallas auf n24.de

Samstag, 27. September 2014

Neue Erkenntnisse über die Auswirkung des Klimawandels auf heimische Baumarten

Das auf der ganzen Welt inzwischen der Klimawandel eingesetzt hat ist vielerorts bereits offensichtlich und sogar spürbar. Durch das Abschmelzen der Polkappen und den steigenden Meeresspiegel nehmen Sturmfluten und andere Naturkatastrophen zu und langsam aber sicher verschwinden ganze Inseln im Meer.

Doch nicht alle Auswirkungen sind derart offensichtlich oder geschehen in einem dermaßen rasanten Tempo.

Zu den eher langatmigen Auswirkungen des Klimawandels kann man jetzt, nach den Ergebnissen einer Langzeitstudie der Technischen Universität München (TUM), das Wachstum diverser Baumarten in Deutschland und in ganz Mitteleuropa zählen.
Den Auswertungen der Forscher der TUM zufolge wachsen einzelne Baumarten hierzulande seit 1960 um bis zu 70 Prozent schneller.

Die Studie basiert auf Langzeit-Daten von Versuchsflächen die seit 1870 kontinuierlich beobachtet werden.
Damals vor 144 Jahren begannen die Studien zum Wachstum der Bäume als August von Ganhofer, ein leitender Beamter der königlichen Forstverwaltung und Franz von Baur als erster Fachvertreter für Ertragskunde an der Universität München ein Versuchsflächennetz aufbauten.
Inzwischen gibt es 151 Versuchsanlagen mit 980 Parzellen und 153 Hektar Messfläche, welche die Uni München gemeinsam mit der bayrischen Staatsforstverwaltung betreut.

Obwohl die Versuchsflächen hinsichtlich Klima und Bodenbeschaffenheit Unterschiede aufweisen sei überall ein Trend zum schnelleren Wachstum zu erkennen.

Ursachen für das schnellere Wachstum seien den Forschern zufolge das wärmere Klima, sowie die längere Vegetationszeit. Ein weiterer Grund sei die Zunahme von Kohlendioxid und Stickstoff. Interessanterweise hat der saure Regen die Versuchsflächen nur vorübergehend beeinträchtigt, da der Eintrag von Schadstoffen seit den 1970er Jahren ja auch deutlich reduziert wurde.

Spitzenreiter im Wachstumsprozess ist übrigens die Buche, bei der einzelne Bäume eine Wachstumssteigerung von bis zu 77 Prozent anzeigen. Seltsamerweise wachsen aber auch die Fichten deutlich schneller, denen man keine guten Aussichten hinsichtlich des Klimawandels zugetraut hatte.
Insgesamt wachsen die Bestände jedoch nicht ganz so schnell als einzelne Exemplare, da größere Bäume mehr Platz brauchen und somit das Wachstum der kleineren Bäume einschränken.
So kommt es aber immer noch zu einer Gesamtsteigerung des Wachstums innerhalb ganzer Buchenbestände um 30 Prozent und auch die Fichtenbestände haben in der Gesamtheit um 10 Prozent zugelegt.

Welche Auswirkungen das erhöhte Wachstum und auch der damit verbundene schnellere Alterungsprozess für die gesamte Fauna und Flora in Mitteleuropa haben wird lässt sich vorerst nur spekulieren. Alles in allem dürften es aber gerade die Tier und Pflanzenarten zu spüren bekommen deren Habitate von bestimmten Waldentwicklungsphasen abhängen. Eine höhere Mobilität kann für diese Arten zu einer Lebensnotwendigkeit werden.

Quellen:
Artikel auf feelgreen.de

Ausführlicher Beitrag auf Ingenieur.de

Artikel auf Süddeutsche.de

Mittwoch, 20. August 2014

Panda Drillinge erblicken in China das Licht der Welt

Der große Panda steht schon seit Jahrzehnten auf der Liste der bedrohten Tierarten, da seine Heimat immer kleiner wird.
Die Bambuswälder in den Bergregionen Zentralchinas werden immer stärker gerodet oder müssen landwirtschaftlichen Nutzflächen weichen und da sie das einzige Habitat darstellen in dem die großen, bis zu 1,80m langen und bis zu 160 Kilogramm schweren Tiere vorkommen, belaufen sich die Bestandszahlen der Tiere schätzungsweise auf nur noch 1600 insgesamt.
Davon leben etwa 300 Tiere in Zoos und da die Reproduktionsrate der Bären sehr gering ist fördert vor allem die Chinesische Regierung immer mehr Schutzprogramme für Pandabären, zumal diese ein Symbol für China sind und dort fast schon verehrt werden.

Bislang gelangen nur selten Geburten außerhalb der freien Wildbahn und wenn war es meist nur ein Jungtier das überlebte.
Nun teilte jedoch Chinas Forschungszentrum zum Schutz von Pandas mit das im Chimelong Safari Park in der südchinesischen Stadt Guangzhou eine erfolgreiche Geburt von Panda Drillingen stattfand, die schon fast einem Wunder gleichkäme.
Am 29. Juli erblickten die drei kleinen Bärchen das Licht der Welt und wurden, nachdem die Mutter von der Geburt so geschwächt war, vorerst in einen Brutkasten gesteckt und von Hand ernährt und aufgepäppelt.
Inzwischen hat die Mutter sich jedoch wieder erholt und kümmert sich um die Kleinen, die seither ordentlich an Gewicht zugelegt haben.

Zuchtexperten werten diese Geburt als wichtiges Ereignis für Chinas Zuchtprogramme und für das zukünftige Überleben der Pandas.
Doch noch ist es etwas zu früh um wirklich von einem Wunder zu sprechen, da es hin und wieder schon vorgekommen sei das mehrere Pandas geboren wurden, diese jedoch die ersten sechs Monate nicht überlebt hätten. Erst wenn die Drillinge diese ersten sechs Monate ihres Lebens überstehen, sind sich die Experten einig, kann man vom Überleben und von einem Wunder sprechen.

Die Schwangerschaft wurde übrigens durch eine künstliche Befruchtung des Panda Weibchens namens Juxiao, was übersetzt "Lächeln der Chrysantheme" bedeutet, erreicht.

Auch in Großbritannien im Zoo von Edinburgh, der schottischen Hauptstadt, wurde eine erfolgreiche künstliche Befruchtung durchgeführt und es könnte demnächst Panda Nachwuchs anstehen.
Doch noch sei es zu früh wie der Pfleger der Pandadame Tian Tian mitteilte, denn im vergangenen Jahr habe sie nach einer künstlichen Befruchtung eine Fehlgeburt erlitten, was auch jetzt wieder eine mögliche Gefahr darstellen würde.

Dennoch scheint es ein bedeutender Schritt im Kampf ums Überleben einer stark bedrohten Spezies darzustellen und es bleibt zu hoffen das die kleinen Pandas groß und kräftig werden.

Quellen:
Artikel auf feelgreen.de

Artikel auf n-tv.de

Montag, 28. Juli 2014

Der Igel - Ein kleiner stachliger Freund in Garten und Umgebung

Unsere kleinen stachelbewehrten Freunde aus dem Reich der Tiere stellen für einen Jeden von uns immer wieder aufs Neue eine interessante Begegnung dar wenn sie uns über den Weg laufen.
Die Rede ist vom Igel, einem kleinen Helfer im Garten und ein interessanter Anblick für Jung und Alt.

Heutzutage kommt es immer häufiger vor das man im eigenen Garten auf einen Igel oder gar eine ganze Igelfamilie trifft. Letzteres kann passieren wenn die Igelmutter im Gebüsch oder unter einer Hecke ein Nest für die Jungen angelegt hat.
Der Grund dafür das man die Tiere immer häufiger so nahe beim Menschen antrifft ist wie so oft die Verkleinerung seines Lebensraumes durch Rodung, Landwirtschaft und die Umwandlung der Wälder in Forste.

Sein reichhaltiger Ernährungsplan sorgt dafür das er von Gartenbesitzern durchaus gerne geduldet wird, da er sich neben Würmern auch von Schnecken, Spinnen und Insekten ernährt. Zusätzlich vergreift er sich auch hin und wieder an Eiern und im Herbst sieht man die Tiere vermehrt Samen, Nüsse, Beeren oder Fallobst verspeisen. Dies dient zur Vorbereitung auf den Winterschlaf, da der Igel möglichst kohlehydratreiche vegetarische Nahrung zu sich nimmt was zu einem Ansteigen des Blutzuckerspiegels führt.
Und eben dieser Blutzuckerspiegel wirkt bei kalten Minusgraden wie ein Frostschutzmittel.

Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, speziell als Katzenhalter denen man Milch draussen hinstellt, das Igel die Milch zwar lieben, sie aber nicht verdauen können und schweren Durchfall davon bekommen.

Auch denken sich viele Leute das sie den Tieren etwas Gutes tun wenn sie sie aufnehmen und versuchen sie durch den Winter zu bringen, insbesondere wenn es sich um Jungtiere handelt.
Dabei gilt es jedoch einige Dinge zu beachten. In erster Linie sei erwähnt das Igel unter Naturschutz stehen und es gesetzwidrig ist ein gesundes Tier in seine Obhut aufzunehmen. Allerdings gibt es hierzu Ausnahmen, über diese sollte man sich aber schon vorher informieren.
So ist es beispielsweise erlaubt kranke, sowie abgemagerte oder verletzte Igel aufzunehmen, sie zu pflegen und möglicherweise durch den Winter zu bringen. Ratsam ist es jedoch dazu Jemanden hinzuzuziehen der bereits Erfahrung damit hat, etwa einen Wildhüter, den örtlichen Tierschutzverein oder private Tierschützer.
Genauere Informationen zur Überwinterung, sowie zum Ablaufplan was zu tun ist wenn man einen Igel findet von dem man glaubt er habe Hilfe nötig werden in den untenstehenden Links zur Verfügung gestellt.

Auf alle Fälle sollte man auch bei der Pflege des eigenen Gartens darauf achten ob unter einer Hecke, einem Gebüsch oder manchmal auch unter Abdeckplanen ein Igelnest, eventuell sogar mit Jungen darin, vorhanden ist.
Falls man auf ein solches Nest stößt oder das Muttertier beim Bau eines solchen vorfindet heißt es sich möglichst zu entfernen und die Tiere in Ruhe zu lassen. Denn wenn die Igelmutter sich gestört und bedroht fühlt kann es vorkommen das sie die Jungtiere verlässt oder sogar tötet.
Auch die Verwendung von Giften gegen die natürlichen Beutetiere der Igel wie Schnecken oder Käfer kann tödlich für die Igel enden, daher ist von einem solchen Einsatz abzuraten, zumal es viele Möglichkeiten gibt auch ohne Gift im Garten auszukommen. Der Bund Naturschutz hilft da gerne weiter.

Wer also Abends im Garten sitzt und einen Igel schnaufend vorbeihuschen sieht oder gar die Schmatzgeräusche vernimmt weil er gerade einen saftigen Wurm oder eine Schnecke verdrückt, der darf sich gerne an dem Anblick des kleinen Stacheltiers erfreuen aber sofern nicht erkennbar ist das es Probleme hat, das Tier in Ruhe seines Weges ziehen lassen.

Zu den natürlichen Feinden der Igel gehören neben Uhu, Marder, Wildschwein und Fuchs übrigens auch Hunde. Allerdings kann man Hundebesitzern nur davon abraten sie auf die Igel losgehen zu lassen, zumal es gesetzlich unter Strafe steht einen Igel zu verletzen.
Zumal bei einer solchen Begegnung der Hund jedoch ohnehin wohl die größeren Qualen erleiden würde, da Igel sich bei Gefahr zusammenrollen und so zu einem Stachelball werden, der mit bis zu 8000 Stacheln besetzt ist.

Quellen:
Tipps zur Igelhaltung je nach Jahreszeit

Infos zu Schutz und Hilfe für den Igel vom Bund Naturschutz

Weiter Tipps zur Igelpflege beim Tierschutzverein Mühlheim an der Ruhr

Checkliste bei Fund eines Igels auf "Pro Igel"

Mittwoch, 23. Juli 2014

Eine interessante Symbiose zwischen Tier und Pflanze

Es gibt viele Gewächse die teilweise komplexe Mechanismen zur Abwehr von Fressfeinden entwickelt haben. Dies reicht von giftigen Blättern bis hin zu spitzen Dornen.

Eine ebensolche Pflanze ist die Akazienart Myrmecophyte, welche hauptsächlich in Mexiko beheimatet ist.
Um nicht von großen Pflanzenfressenden Säugetieren verspeist zu werden sichert sie sich ihr Überleben mit langen, nadelspitzen Dornen.

Doch selbst solche Abwehrmechanismen reichen meist nicht aus um die ganze Palette an Feinden, die eine Pflanze haben kann, abzudecken. Denn auch die Evolution der Tierwelt steht nicht still und so entwickeln manche Tiere eine Resistenz gegen das Gift mancher Pflanzen oder aber sie sind so klein das die Dornen wirkungslos sind.

So ergeht es auch der oben erwähnten Myrmecophyte, die jedoch neben ihren Dornen die sie vor großen Tieren schützen auch noch eine Überraschung für die kleineren Fressfeinde wie Heuschrecken oder Zikaden parat hält.
Ihre Dornen sind nämlich im Inneren hohl und haben eine kleine Öffnung am Rand, durch den kleine aggressive Ameisen in ihr Innerstes gelangen. Die Hohlräume stellen eine ideale Behausung für die Ameisen der Gattung Pseudomyrmex dar und bieten Platz für die Eiablage sowie die Aufzucht der Larven.

Als Nahrung für die Ameisen dient ein Nektar den die Akazie an der Blattbasis absondert, der ihre kleine Privatarmee versorgt. Zusätzlich wachsen an den Blattspitzen noch kleine protein - und vitaminreiche Anschwellungen, die sogenannten Beltschen Körperchen, welche von den Ameisen leicht abgeerntet werden können und zu den Nachkommen in die hohlen Dornen transportiert werden.

Durch diesen abwechslungsreichen Speiseplan ist einerseits gewährleistet das die Ameisen sich nicht an der Pflanze selbst vergreifen und andererseits keinerlei Veranlassung haben woanders hinzugehen.

Als Gegenleistung verteidigen diese aggressiven Wächter ihr Heim und somit auch die Pflanze gegen sämtliche Einflüsse von außen. Sie greifen Heuschrecken und andere Insekten an die versuchen von der Akazie zu fressen und beißen in deren Gelenke oder in die Augen, sie setzen ihr giftiges Sekret gegen größere Feinde wie etwa Vögel oder sogar Menschen ein und sie sorgen sogar dafür das sämtliche umliegenden Nährstoffe des Bodens der Akazie zukommen indem sie im Umkreis von 40 Zentimetern um die Pflanze herum alle anderen Pflanzen beseitigen.
Sie attackieren sogar Schlingpflanzen die sich an der Akazie entlangschlingen und schneiden sie ab. Teilweise wurde sogar beobachtet das sie einen benachbarten Baum vollkommen entlaubt haben damit er der Akazie nicht das Licht raubt.

Ein Forscherteam hat diese interessante Symbiose über Jahre hinweg beobachtet und verschiedene Untersuchungen angestellt. Dabei kam unter anderem heraus das die Ameisen eine Nahrungsunverträglichkeit gegen Saccharose, was wir als Haushaltszucker kennen, besitzen.
Eben jener Zucker ist in dem Nektar der Akazie jedoch nicht enthalten.
Doch die Forscher fanden heraus das die Ameisen diese Nahrungsunverträglichkeit nicht von Geburt an besitzen, sondern erst sobald sie das erste mal den Nektar der Akazie kosten. Daraus resultierte letztlich eine genauere Untersuchung der Wirtspflanze die wie sich herausstellte dafür sorgt das der Nektar ein Enzym enthält, das das Verdauungsenzym der Ameisen hemmt und dafür sorgt das sie keine Saccharose mehr verdauen kann.

Somit bleibt den Ameisen garnichts anderes übrig als die Pflanze zu verteidigen, da sie die einzig mögliche Nahrungsquelle darstellt.
Dennoch handelt es sich um eine nahezu perfekte Symbiose von der beide Seiten enorm profitieren.


Quellen:
Artikel auf scinexx

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